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Bürgermeister a.D. Wolfgang Mast
Herr Bürgermeister a.D. Wolfgang Mast war von 1975 bis 2007 Bürgermeister der Gemeinde Eberhardzell. Der am 29.01.1950 geborene Ravensburger verstand es, die im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform zusammengeschlossenen Gemeinden Eberhardzell, Füramoos, Mühlhausen und Oberessendorf zu einer Gesamtgemeinde zu formen und eine beachtenswerte Infrastruktur aufzubauen, die im Regionalplan Donau-Iller zur Ausweisung der Gemeinde als "Kleinzentrum" führte.
Neben dem Kauf der früheren barocken Sommerresidenz der Schussenrieder Äbte und dem Umbau zu einem der schönsten Rathäuser in Oberschwaben brachte er den Ausbau des Schulzentrums Eberhardzell, den Bau von Turn-und Festhallen in allen Gemeindeteilen, Kindergärten und Kinderspielplätze, Friedhöfe und Aussegnungshallen, die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung und zuletzt den Bau des Seniorenzentrums Josefspark maßgeblich voran. Der in dieser Zeit erlebte Aufschwung der Gemeinde ist insbesondere auch an den Neubaugebieten in den verschiedenen Gemeindeteilen augenscheinlich. Neben dem Vereinswesen und der Kommunalpolitik, davon 25 Jahre als Kreisrat, galt sein Einsatz insbesondere auch dem kirchlichen Gemeindeleben, wo er sich auch heute noch engagiert. Anlässlich seiner Verabschiedung als Bürgermeister am 30.06.2007 wurde Wolfgang Mast in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Entwicklung der Gemeinde und um das Wohl der Bürgerinnen und Bürger das Ehrenbürgerrecht verliehen.
In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste erhielt Wolfgang Mast am 13.12.2007 aus den Händen von Regierungspräsident Hermann Strampfer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters begann Wolfgang Mast die theologische, pastorale und spirituelle Ausbildung zum Diakon. Nach deren erfolgreichem Abschluss wurde er am 22. Mai 2010 durch Weihbischof Dr. Johannes Kreidler im Münster Zwiefalten zum Diakon geweiht. Seither ist er als Diakon in der Alten- und Krankenseelsorge sowie im liturgischen Dienst tätig.
Alois Denzel
Herr Alois Denzel war von 1974 bis 2024 ehrenamtliches Mitglied im Gemeinderat der Gemeinde Eberhardzell. Herr Denzel engagierte sich damit 50 Jahre für die 1975 im Zuge der Gemeindereform entstandene Gemeinde Eberhardzell, bestehend auch den vier Ortsteilen Eberhardzell, Füramoos, Mühlhausen und Oberessendorf.
In dieser Zeit hat Herr Denzel zur Entwicklung der kommunalen Infrastruktur maßgeblich beigetragen. In seinen zehn Jahren als erster stellvertretender Bürgermeister hat er zusätzliche Verantwortung übernommen. Seine demokratische Haltung zeigte sich auch darin, dass er immer offen seine Meinung vertreten hat.
In jungen Jahren war Herr Denzel auch für die Kirchengemeinde aktiv, als Gruppenleiter der katholischen Landjugend und im Kirchengemeinderat tätig.
Neben Schalmeienzug (Gründungsmitglied) und Narrenzunft Eberhardzell, unter anderem als Hexenmeister, war seine große Leidenschaft der Sportverein Eberhardzell. Er war Schiedsrichter, Gründer der Damenmannschaft und des Reha-Sports und er war 32 Jahre erster Vorsitzender in den Jahren 1991 bis 2023. In diesen Jahren wurden viele Baumaßnahmen und Sanierungen umgesetzt. Besonders hervorzuheben ist der Bau des Sport- und Musikerheims. Immer war Herr Denzel als gelernter Sparkassenbetriebswirt auch für die Finanzierung der Maßnahmen und Generierung von Zuschüssen verantwortlich.
Im Jahr 2014 wurde Herr Denzel für sein außergewöhnliches Engagement mit der Ehrennadel in Gold der Gemeinde Eberhardzell ausgezeichnet. Im Rahmen des Neujahrsempfangs am 06.01.2025 wurde ihm in Würdigung seiner Verdienste im Ehrenamt das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Ministerpräsident Prof. Dr. Gebhard Müller
Am 17. April 1900 wurde Gebhard Müller als fünftes von sieben Kindern in Füramoos geboren.
Nach seiner Promotion und der juristischen Staatsprüfung wurde er Referent bei der Diözesanverwaltung in Rottenburg, ehe er als Richter tätig war. Gebhard Müller, der sich als streng gläubiger Katholik schon vor 1933 in der Zentrumspartei engagiert hatte, gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Mitbegründern der CDU in Süd-Württemberg und Hohenzollern, deren Vorsitz er 1947 übernahm. Dem überzeugten Kämpfer für den Südweststaat, der seit 1948 als Präsident Württemberg-Hohenzollern regierte, war es 1952 aber nicht vergönnt, erster Ministerpräsident Baden-Württembergs zu werden. Eine Mehrheit wählte den Liberalen Reinhold Maier, den er allerdings bereits 1953 ablöste.
In seine Amtszeit fielen zahlreiche wegweisende "Aufbaugesetze", darunter das Landeswahlgesetz, das Landesverwaltungsgesetz, die Gemeindeordnung, die Landkreisordnung, das Kommunalwahlgesetz, das Finanzausgleichsgesetz zwischen Land und Kommunen und das Polizeigesetz. Bis 1958 blieb er Regierungschef und wechselte dann als BVG-Präsident nach Karlsruhe. Gebhard Müller starb am 7. August 1990 im hohen Alter von 90 Jahren in seiner württembergischen Heimat in Stuttgart.


