Hauptbereich
Katastrophenschutz: Krisenfest-Kampagne des Landkreises Biberach
Landkreis Biberach startet Krisenfest-Kampagne, um die Bevölkerung auf den Ausfall von Infrastruktur vorzubereiten
Infolge der Erderwärmung kommt es immer häufiger zu Extremwetterereignissen wie Unwettern, Starkregenereignissen, Hagel, Sturm, Hitze, Dürreperioden. Wie zuletzt beim Zugunglück in Zell-Bechingen haben Extremwetterereignisse oft dramatische Folgen. Und wie im Fall der Flutkatastrophe im Ahrtal vor vier Jahren können sie auch die Infrastruktur zerstören. Gleichzeitig bergen die aktuellen internationalen Krisen erhebliche Risiken, mögliche gezielte Sabotageakte auf die Infrastruktur sind eine ernst zu nehmende Gefahr geworden. Um auf Krisen- und Katastrophenfälle vorbereitet zu sein, hat das Landratsamt die Kampagne ‚Krisenfest‘ gestartet. Sie umfasst neben Vorbereitungen im eigenen Haus und in Zusammenarbeit mit den Kommunen auch Empfehlungen für die Bevölkerung.
„Wir wollen mit dieser Aktion sensibilisieren. Denn im Krisenfall kommt es darauf an, vorbereitet zu sein. Und das gilt für alle Ebenen: für das Landratsamt als Untere Katastrophenschutzbehörde, die Städte und Gemeinden und für jeden einzelnen Bürger, jede einzelne Bürgerin. Unser Ziel ist es, auf allen Ebenen ‚krisenfest‘ oder – um den Fachbegriff zu wählen – ‚resilient‘ zu werden“, erklärt Landrat Mario Glaser.
Um die Bevölkerung auf mögliche Folgen von Krisen und Katastrophen auf die Versorgung mit Strom, Trinkwasser, Lebensmitteln vorzubereiten und zu eigener Vorsorge zu motivieren, hat der Landkreis auf seiner Homepage umfassende Informationen zusammengestellt. Das Angebot auf der Website soll in den nächsten Monaten durch Flyer, Posts auf dem Instagram-Kanal des Landkreises und Pressemitteilungen ergänzt werden.
„Über unsere Krisenfest-Webseite wollen wir das Wissen der Bevölkerung zur Vorsorge erweitern und die Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich vorzubereiten. Kurz zusammengefasst geht es darum, sich zu informieren, sich vorzubereiten und sich, wenn möglich, auch für andere zu engagieren. Denn jede Person, die sich zunächst einmal selbst helfen kann, braucht keine Hilfe von Einsatzkräften, die an anderer Stelle dringender benötigt werden “, sagt Charlotte Ziller, Leiterin des Amts für Brand- und Katastrophen-schutz.
Neben der Information der Bevölkerung intensiviert das Landratsamt die Vorbereitung im eigenen Haus. Zu diesem Zweck unterhält das Landratsamt den Verwaltungsstab und den Führungsstab. Durch regelmäßige Fortbildungen und Übungen, auch auf Ebene des Regierungsbezirks, werden die beiden Stäbe für einen möglichen Einsatz geschult. Um Einsatzkräfte und Mitarbeiter im Ernstfall schnell zu erreichen, wurde die Alarmierungssoftware Divera 24/7 eingeführt, deren Zuverlässigkeit in regelmäßigen Probealarmierungen getestet wird. Zudem hat das Landratsamt ein Katastrophenschutzlager eingerichtet, in dem Feldbetten, Sandsäcke, Schutzausrüstung und Jodtabletten bereitgehalten werden.
Ein dritter wichtiger Bereich in der Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen ist die Zusammenarbeit des Landratsamts mit den Städten und Gemeinden und die eigene Vorsorge der Kommunen. Dazu gibt es gemeinsame Workshops zu verschiedenen Themen.
In 30 Kommunen des Landkreises werden bereits Musterausstattungssets für den Katastrophenfall vorgehalten, vier weitere haben einen Antrag gestellt. Aktuell laufen die Vorplanungen für die Einrichtung von Notfalltreffpunkten. An diesen Notfalltreffpunkten erhält die Bevölkerung im Katastrophenfall erste Informationen, einfache Erste Hilfe und gegebenenfalls eine vorübergehende Unterkunft. Ebenso können an den Notfalltreffpunkten Notrufe abgesetzt werden, wenn die Kommunikation zusammengebrochen ist.
Alle wichtigen Hinweise zu den drei Bereichen „Informieren, Vorbereiten und Engagieren“ finden sich auf der Website www.biberach.de/krisenfest
Dort beantwortet ein mehrsprachiger Chatbot Fragen rund um das Thema. Zudem gibt es die Möglichkeit, über einen Test herauszufinden, wie gut man bereits auf mögliche Krisen- und Katastrophenfälle vorbereitet ist.